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Teeanbau

Teeanbau

Im Gegensatz zu Kaffee, der als Rohkaffee eingeführt wird und erst im Verbrauchsland durch Verlesen und Rösten seine endgültige Gestalt erhält, wird Tee bereits auf den Plantagen im Ursprungsland aufbereitet und als fertiger schwarzer Tee exportiert.

Die wichtigsten Phasen der orthodoxen Produktionsmethode sind Welken - Rollen - Fermentieren - Trocknen - Sortieren. Der Welkprozeß beginnt, indem dem grünen Blatt circa 30 % der Feuchtigkeit entzogen wird. Das Rollen der gewelkten grünen Blätter dient dazu, die Zellen aufzubrechen und den Zellsaft mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung zu setzen. Die Fermentation ist ein Oxidations- und Gärungsprozeß des beim Rollen austretenden Zellsaftes. Die Fermentation dauert insgesamt 2 - 3 Stunden. Nachdem die Fermentation ihren Höhepunkt erreicht hat, angeregt durch Geruch und kupferrote Farbe des feuchten Blattes, erfolgt das oft fälschlicherweise als "Rösten" bezeichnete Trocknen. Während der Trocknungsdauer, die 20 - 22 Minuten beträgt, wird das Wasser entzogen und der Zellsaft an den Tee "angetrocknet". Das Blatt wird langsam immer dunkler und trockener, bis der "schwarze Tee" entsteht. Wenn der Tee den Trockner verläßt, läuft er über Schüttelsiebe und wird so in die verschiedenen Blattgrade sortiert.

Der Markt wird vor allem durch Indien, Sri Lanka (Ceylon), Indonesien (Sumatra, Java) und China mit Tee versorgt. In all diesen Ländern ist eine Lage von mindestens 700 Metern über dem Meeresspiegel vonnöten, damit der Tee gedeiht. Die feinsten Sorten wachsen meist auf etwa 2.000 Meter Höhe. Von der Natur begünstigt sind insbesondere die Teeregionen Darjeeling, Assam und Ceylon. Am Südhang des Himalaya gedeihen in Höhen bis zu 2.400 Metern außerordentlich helle, leichte, spritzige Teesorten: So der Darjeeling, der deshalb als der Champagner unter den Tees gilt.